Bürgertreff: Kita, Schule, OGS in Kapellen

„Die Daseinsfürsorge für unsere Bürgerinnen und Bürger ist aktuell nicht vergnügungssteuerpflichtig“ begann 1. Beigeordneter Michael Heesch seine Ausführungen über die Situation für Familien mit Kindern in Kapellen.

Unter der Überschrift „Wie ist der Stand der Planung bei Schule. Kita, OGS“ hatte der CDU Ortsverband Kapellen zu einem Bürgertreff ins katholische Jugendheim St. Clemens eingeladen. Und zahlreiche Interessierte waren gekommen, denn die soziale Infrastruktur ist in dem Stadtteil für zahlreiche Familien ein kritisches Thema.

Viele junge Familien sind in das Neubaugebiet gezogen, haben aber nicht die erwarteten Betreuungsmöglichkeiten für ihren Nachwuchs gefunden. „Die positive Entwicklung des Kapellener Neubaugebietes führt bereits seit Jahren zu massiven Herausforderungen für die Kitas und die Grundschule im Stadtteil“ machte die Vorsitzende des CDU Ortsverbandes Maria Becker bereits in der Begrüßung deutlich.

Die Jugendamtleiterin Birgit Schikora hatte Zahlen mitgebracht: 1.743 Plätze für Kinder über drei Jahren, 377 Plätze für Kinder unter drei im gesamten Stadtgebiet. Vor zehn Jahren waren das nur 90 gewesen. Bei der Tagespflege waren es in 2008 40 Plätze, heute gibt es 140. Das macht den Zuwachs an Plätzen deutlich, außerdem sind für die nähere Zukunft zwei weitere große Tageseinrichtungen in der Planung. Trotzdem reichen die Plätze in Kapellen nicht aus, „die Versorgungsquote liegt hier aktuell bei 77%“, berichte Frau Schikora.

Viele Eltern brachten Ihren Unmut hierüber zum Ausdruck, immerhin habe man ihnen beim Kauf der Grundstücke ein kinderfreundliches Grevenbroich versprochen. „Wir können nichts für die Verkaufsprospekte“ meinte 1. Beigeordneter Michael Heesch und wies auf die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen hin: „Das Geld was wir nicht haben, geben wir in die Daseinsvorsorge“.

Es liegt aber nicht nur an den Finanzen: „Am Anfang der Kitaversorgung steht aktuell die Personalfrage“, so Heesch. Es geht nicht nur um die Gebäude, sie müssten auch betrieben werden können, und da hätten die Kommunen nur wenige Einflussmöglichkeiten. „Wir unternehmen viel, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu binden und zu gewinnen“, meinte Birgit Schikora, aber der Arbeitsmarkt sei leer.

Nach einem entsprechenden Stadtratsbeschluss werde es nun einen Erweiterungsbau der Grundschule in Kapellen geben, hatte Heesch aber auch Positives zu berichten. Dieser bringt Platz für acht Räume, in denen die Grundschule und der offene Ganztag sich entfalten können. Vier bestehende Pavillons müssen dafür noch abgerissen werden. Auch wenn die OGS im 15ten Jahr ihres Bestehens immer noch eine freiwillige Leistung ist, so machten die anwesenden Eltern doch den hohen Bedarf deutlich, da in den meisten Familien im Neubaugebiet beide Elternteile berufstätig seien.

„Viele Eltern melden sich zurzeit gar nicht erst an, da sie keine Perspektive auf einen Platz sähen“, so ein betroffener Vater. „Wie groß ist die Chance, dass meine Kinder im nächsten Jahr im Sommer einen Platz in der Grundschule und in der OGS Kapellen finden werden“ wollte eine Mutter konkret wissen. Heesch wies auf einen Baubeginn in 2020 und den geplanten Fertigstellungstermin im Sommer 2021 hin. Insgesamt könne er als Beigeordneter die Frage aber nicht beantworten, da die Vergabe der Plätze eine schulinterne Angelegenheit sei, die aber auch nach Auskunft der anwesenden Schulleiterin Dorothee Steup heute noch nicht konkret zugesagt werden könne.

„Kapellen ist wirklich super, aber die fehlenden Plätze in Kita, Grundschule und OGS sind nicht in Ordnung“ meinte eine zugezogene Mutter und wies unter Beifall darauf hin, dass der dritte Bauabschnitt des Neubaugebietes gar nicht erst begonnen werden dürfe, wenn die notwendigen Platze für Kinder nicht vorhanden seien.

Es gibt bereits einen Antrag der CDU, der fordert, in einem 3. Bauabschnitt Flächen für eine neue Kita zwingend vorzusehen. Ratsherr Ralf Cremers machte deutlich, dass die CDU Abgeordneten ebenfalls alles dafür tun werden, dass auch die Schule entsprechende Kapazitäten haben soll, wenn die Erweiterung des Baugebietes realisiert würde. Er kündigte einen Prüfauftrag an, in dem durch die Stadtverwaltung die Frage geklärt werden soll, ob die aktuellen Planungen für die Erweiterung ausreichend seien, bzw. wie viele Räume zu diesem Zeitpunkt notwendig sein werden. Heesch schilderte das Vorhaben einer modularen Bauweise bei der Schulerweiterung, die eine spätere Erweiterung möglich machen würde.

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