Schafe auf dem ehemaligen Nato-Gelände

Unternehmer Giammaria Mossa hat das Nato-Gelände am Ortsausgang Kapellen Richtung Holzheim gekauft und macht daraus einen landwirtschaftlichen Betrieb. Aus diesem Anlass führte Ernst Bizer im September 2010 ein Interview mit dem neuen Besitzer:

Info-Aktuell: Herr Mossa, wir begrüßen Sie sehr herzlich in Kapellen und freuen uns, dass aus den Ruinen endlich eine Alternative entwickelt wird. Was haben Sie vor?

Mossa: Ich will auf dem Gelände vom Aussterben bedrohte Tiere züchten: weiß gehörnte Moorschnucken und Trakehner-Schecken. Die Schafe sind sehr gut für die Biotoppflege einsetzbar. Sie pflegen optimal Streuobstwiesen, Brachflächen, rekultivierte Kiesgruben und andere private Grünflächen. Ein Teil der Gebäude wird so hergerichtet, dass dort Boxen für die Pferde und die Schafe entstehen. Die Mutterschafe „wohnen“ in den Offiziersquartieren. Die Tiere können sich frei zwischen Stall und Auslaufgelände entscheiden. Umbauarbeiten kann ich noch nicht durchführen, da ich auf die Baugenehmigung warte.

Info-Aktuell: Warum haben Sie sich gerade für Kapellen entschieden?

Mossa:Ich suchte schon lange ein Winterquartier für meine Tiere. Ich habe Tiere in Knechtsteden, auf Schloss Dyck und auf der Kompostierungsanlage stehen. Die müssen im Winter untergestellt werden. Bisher musste ich Stallungen mieten, nun habe ich mit der ehemaligen Nato-Kaserne ein ideales Gelände gefunden. Nachbarn werden von meinem Betrieb nicht gestört werden. Die Alleinlage ist für meinen Betrieb einzigartig. Die Tiere haben auf dem Gelände ideale Auslaufmöglichkeiten. Für die Pferde wird ein Bewegungsstall errichtet – in der ehemaligen Kantine für die Soldaten.

Info-Aktuell: Was ist mit möglichen Altlasten der Kaserne?

Dafür gibt es Bodengutachten. Darin ist festgestellt, dass Altlasten zwar vorhanden sind. Solange von diesen keine Gefährdungen ausgehen, liegen sie gut versiegelt unter einer Teerdecke. Regelmäßig wird die Situation erneut überprüft. Für meinen landwirtschaftlichen Betrieb gibt es keine Auswirkungen.

Info-Aktuell: Welche Investitionen planen Sie?

Mossa: Wir sind keine Millionäre, wir errichten vorerst nach und nach die Stallungen und Auslaufflächen. Langfristig werden Gebäudeteile abgerissen werden. Vorerst bin ich mit Aufräumen beschäftigt und entsorge den Schutt und den Müll über Container. In den Gebäuden haben leider Vandalen gehaust und erhebliche Schäden angerichtet. Noch habe ich keinen Strom, so dass ich mir mit einem Generator helfen muss.

Info Aktuell: Welche Arbeitsplätze gibt es langfristig?

Mossa: Mein Sohn Benjamin wird einen Vollerwerbsarbeitsplatz erhalten. Ihm werden langfristig zwei Gehilfen zur Hand gehen. Ich bin Rentner – für mich ist das hier Hobby. Landwirtschaft habe ich nicht gelernt. Über Kurse bei der Landwirtschaftskammer habe ich mich für meinen Zuchtbetrieb weitergebildet.

Info-Aktuell: Was bieten Sie den Menschen in Kapellen?

Mossa: Im Pförtnerhaus wird ein Bauernladen mit Produkten rund um das Schaf entstehen. Die Kapellener können dort Schaffleisch und Schafwurst kaufen. Schaffelle und Schafwolle werden auch angeboten. Mist können die Kapellener kostenlos für ihre Gärten abholen. Langfristig will ich eine Art Kinderbauernhof mit Streichelzoo oder Lehrbauernhof einrichten, damit vor allem Kinder Zugang zu Tieren erhalten. Wir werden hier einen offenen Betrieb führen – wer sich informieren will, der ist herzlich eingeladen. Wer ehrenamtlich mithelfen will, kann gerne mitmachen.

Info-Aktuell: Wie sind Sie bei Ihrem Projekt unterstützt worden?

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Grevenbroich und das Bauamt hat mir viele Türen geöffnet. Die Sparkasse hilft mir bei der Finanzierung. Bald wird es einen offiziellen Eröffnungstermin mit der Bürgermeisterin Ursula Kwasny geben. Ich bin in Grevenbroich mit offenen Armen empfangen worden.

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