Aufnahme und Integration von Flüchtlingen: Viel Interesse an CDU Bürgertreff

Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen beschäftigt noch immer die Menschen. Das konnte der CDU Ortsverband Kapellen feststellen und musste noch einige Stühle zustellen beim jüngsten Bürgertreff. Das Thema „Flüchtlinge – was heißt das für uns?“ lockte mehr als 70 Personen ins Katholische Jugendheim St. Clemens.

Nach der Begrüßung durch die Ortsverbandsvorsitzende Maria Becker führte Benjamin Josephs, Flüchtlingsbeauftragter des Rhein-Kreises Neuss, mit einem Folienvortrag ins Thema ein. Er berichtete darüber, dass im letzten Jahr rund 8.510 Flüchtlinge in den Rhein-Kreis Neuss gekommen sind. Die Zuweisungen vom Land wurden dabei in zu großer Zahl vorgenommen, sie hätten noch dem „Königssteiner Schlüssel“ geringer ausfallen müssen. Hier wurde inzwischen nachgesteuert. Aus diesem Grund, aber auch wegen einem allgemeinen Absinken der Flüchtlingszahlen nach Deutschland sind in den ersten drei Monaten diesen Jahres deutlich weniger Neuankömmlinge eingetroffen.

Heike Steinhäuser, Fachbereichsleiterin „Soziale Sicherung und Integration“ der Stadt Grevenbroich, informierte, dass im Januar diesen Jahres nur noch 63 Personen und im Februar neun Menschen in der Schlossstadt eingetroffen sind. Fast vierzig Prozent der Menschen kommen aus Syrien nach Deutschland, fast 70 Prozent sind männlich. Sie schilderte den konkreten Ablauf der Zuweisungen: „Wir von der Stadt Grevenbroich haben mit einem Vorlauf von zwei bis drei Tagen erfahren, wer zugewiesen ist, ob Kind oder Erwachsener, ob Rollstuhlfahrer oder dialysepflichtiger Patient.“

Ein besonderes Augenmerk legte Josephs auf die Rückführung von Flüchtlingen, deren Asylantrag rechtkräftige abgewiesen wurde. In NRW wird nur einer von zwölf abgelehnten Flüchtlingen tatsächlich in das Herkunftsland zurückgeführt. In Mecklenburg-Vorpommern ist es dagegen jeder dritte, in Bayern jeder vierte abgelehnte Flüchtling. „Das stellt die Kommunen vor große Probleme“, wusste Josephs zu berichten und Kreisdirektor Dirk Brügge fügte hinzu: „Bei den Rückführungen muss auf Landesebene besser gearbeitet werden“.

Nach diesen Informationen über die Grevenbroicher Fakten eröffnete Lutz Lienenkämper MdL als Moderator des Kapellener Bürgertreffs die Diskussion. Heike Steinhäuser beantwortete hierbei Fragen zu dem das riesigen ehrenamtliche Engagement in Grevenbroich und erklärte, dass die Stadt zunächst dort nach Unterbringungsmöglichkeiten sucht, wo sie eigene Immobilien oder Grundstücke hat.

Auf Nachfrage aus der Zuhörerschaft teilte Bernhard Wöltgen, Leiter der Polizeiwache Grevenbroich mit, dass es in unserer Stadt in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften bisher keine Auffälligkeiten im Bereich der Gewaltkriminalität und bei Eigentumsdelikten gibt. „Nein, sie sind nicht unsicherer geworden“ fasste er die Situation, die insbesondere nach den Vorkommnissen in der Kölner Silvesternacht für Fragen sorgt, zusammen. „Es gibt kein Sicherheitsproblem“, erzählte ein Besucher des Bürgertreffs, der selber in einer Unterkunft arbeitet, er bewegt sich völlig angstfrei in dieser Unterkunft. „Im Gegenteil“, schilderte Benjamin Josephs, „die Menschen sind unglaublich dankbar. Wir werden zum Beispiel regelmäßig mit Gemälden der Kinder bedacht, wenn die Flüchtlinge, oft bereits nach kurzer Zeit, die Unterkunft wieder verlassen“. Kreisdirektor Brügge fügte hinzu: „Wer mit einem zu tun hat, der verliert die Ängste, wer nur die Zahl von einer Million vor Augen hat, der hat Sorgen.“

Einig waren sich auch alle Redner, dass es eine große und wichtige Aufgabe in den nächsten Jahren ist zehn bis fünfzehn Jahren ist, die bei uns bleibenden Menschen in die Gesellschaft zu integrieren.

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