Bürgertreff zur Erft-Renaturierung

“Was wird aus der Erft?” Das fragte der CDU-Ortsverband Kapellen und führte zu diesem Thema in der Kapellener Ratsschänke einen Bürgertreff durch, der von mehr als 70 interessierten Bürgerinnen und Bürgern besucht wurde. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des Ortsverbandes Maria Becker referierte Dr. Bernd Bucher, Bereichsleiter “Gewässer” des Erftverbandes in Bergheim.

Die Erft erreicht derzeit von ihrer Quelle bei Nettersheim in der Eifel, bis zu ihrer Mündung in den Rhein bei Neuss-Grimmlinghausen eine Länge von ungefähr 110 Kilometern. Doch in den nächsten Jahrzehnten wird sich einiges verändern. Die Gründe hierfür liegen zum einen in der “Europäischen Wasserrahmenrichtlinie” und zum anderen in der Tatsache, dass der Braunkohleabbau von RWE Power immer mehr nach Westen wandert, da dort noch Kohle zu fördern ist.

Das bei Spaziergängern, Radlern, Kanuten und Anglern beliebte Erholungsgebiet Erft wird sich daher vollkommen verändern. Herr Dr. Bucher und sein Mitarbeiter Hartmut Hoevel zeigten hierzu einige Planskizzen und beschrieben die Vorgehensweise des Verbandes. Im Rahmen des “Perspektivenkonzepts Erftumbau 2045” zeichnet der Erftverband dafür verantwortlich, dass die Erft ihr früheres natürliches Gesicht zurück erhält. Der Ausbau der Erft in einen Kanal zur Entwässerung der Tagebaue soll nahezu komplett rückgängig gemacht werden. Nach dem Abschluss dieser Maßnahmen zur Renaturierung wird die Erft rund 10 Kilometer länger sein als heute. Die Wasserfläche erhöht sich bei den Maßnahmen um 50 Hektar, die geplanten Auenflächen werden sogar weitere 200 Hektar ausmachen. Das Konzept wurde im Jahr 2005 aufgestellt, aus ökologischer Sicht werden die Maßnahmen aber erst 2100 abgeschlossen sein. Dann soll der Fluss sein starres Korsett verlassen haben und mäandernd in vielen Schlingen und auf deutlich größerer Fläche durch die Landschaft fließen. Gleichzeitig steigt auch das Grundwasser langsam wieder an, da der Tagebau Garzweiler nach Westen wandert, aber beim Erftumbau, so Dr. Bucher, soll auf den Häuserschutz geachtet werden.

Der Umbau der Erft im Stadtgebiet von Grevenbroich beginnt in den späten 20er Jahren. Dann wird auch bereits wesentlich weniger Wasser durch die Erft fließen als die 10 000 Kubikmeter von heute: 2,5 Kubikmeter pro Sekunde werden es nur noch sein.

Weitere Informationen und zahlreiche Pläne zum Großprojekt finden Sie auf der Webseite des Erftverbandes.

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